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Insolvenzen von Großunternehmen häufen sich

Die Zahl der Großinsolvenzen ist in den ersten neun Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 Prozent gestiegen, obwohl der Gesamttrend bei Insolvenzen in Deutschland stabil ist, wie der Kreditversicherer Euler Hermes berichtet.

Zuletzt traf es häufig namhafte und vor allem große Unternehmen: So zählte der Kreditversicherer Euler Hermes in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres insgesamt 27 Pleiten deutscher Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Millionen Euro. Der durchschnittliche Umsatz der insolventen Großunternehmen – und damit auch die Schäden für die betroffenen Unternehmen – ist in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 81 Prozent auf 339 Millionen Euro gestiegen.

Das wirklich Dramatische an diesen großen Insolvenzen sei der Dominoeffekt auf viele Unternehmen in der gesamten Lieferkette, so die Experten von Euler Hermes. Nicht selten würden sie dabei mitgerissen und gerieten selbst in den Abwärtssog.

Riskante Branchen und große Namen

Besonders viele große Insolvenzen gab es im bisherigen Jahresverlauf im Handel, in der Automobilindustrie, dem Dienstleistungssektor sowie der Metall-, Textil- und Energiebranche. Bekannte große Unternehmen wie unter anderem Loewe, Kettler oder auch Beate Uhse meldeten bereits zum zweiten Mal Insolvenz an.

Zu den nach Umsatz größten Insolvenzen zählten ebenfalls viele bekannte Namen wie beispielsweise Schuhpark Fascies, Windenergieunternehmen Senvion und Automobilzulieferer Eisenmann, Buchgroßhändler Koch, Neff & Volkmar (KNV), die Fluggesellschaft Germania oder Modeunternehmen Gerry Weber. Das vierte Quartal 2019 lässt mit den Pleiten von Thomas Cook oder Condor ebenfalls bereits jetzt mit großen Namen aufhorchen.

Gesamttrend ist stabil

Betrachtet man nicht nur die großen, sondern alle Unternehmen, so dürften die Insolvenzzahlen in Deutschland im laufenden Jahr aber relativ stabil bleiben. In den ersten acht Monaten 2019 war erneut ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen. Euler Hermes jedenfalls erwartet erst im kommenden Jahr insgesamt mehr Pleiten als in 2019.

(Euler Hermes / STB Web)

Artikel vom 10.12.2019